Auch in der Lausitz steigt das Footballfieber

 

COTTBUS Um American Football hautnah zu erleben, müssen Fans keinen Flug nach Denver, Dallas oder Charlotte buchen. Da reicht ein Besuch im Cottbuser Sportzentrum. Hier tragen die Cottbus Crayfish ihre Heimspiele aus.

Football Vorurteil:
Oft wird behauptet Football-Spieler wären immer 2-Meter-Männer ... Foto: Tino Schulz

Bereits seit 1993 gibt es den Verein. Die größten sportlichen Erfolge feierten die Cottbuser im Jahr 2012. Da wurden sie in ihrem ersten Jahr in der GFL 2 (der zweithöchsten deutschen Spielklasse) Vizemeister. In der darauffolgenden Spielzeit stiegen die Crayfish (dt. Flusskrebse) aber in die Regionalliga Ost ab. In dieser dritthöchsten Spielklasse wurden die Cottbuser in der vergangenen Spielzeit Dritter. Die Cottbuser starten im Frühjahr wieder in den Spielbetrieb. Trainer Jörg Steudtner: „Noch sind die Termine nicht genau festgelegt, aber ich denke, dass die Saison Anfang Mai beginnt.“

Dann wird auch Alex Young wieder mit auf dem Feld stehen. Der Amerikaner ist bereits im zweiten Jahr als Nachwuchscoach und Spieler bei den Crayfish aktiv. Der Gast aus dem Mutterland des Footballs sieht mit Erstaunen die Entwicklung „seiner“ Sportart in Deutschland: „Ich bin überrascht, wie das Interesse an Football in Deutschland, ja sogar in Europa, wächst. Das hätte ich so nicht erwartet.“ Football ist hierzualnde bisher aus einem Nischendasein nie herausgekommen. In den 90er Jahren, als die amerikanische NFL viel Geld nach Europa pumpte und neue Märkte erschließen konnten, spielten Mannschaften wie Frankfurt Galaxy oder Rhein Fire in Spitzenzeiten vor 30 000 Zuschauern. In Amerika gibt es College-Begegnungen, zu denen es 80 000 Fans zieht. Young: „Die Situation hier lässt sich trotzdem schlecht mit der Amerika vergleichen.“ In den USA kommen viele Kinder bereits in jungen Jahren mit der Sportart in Berührung. Da werden Football, Basketball oder Baseball als Schulsportarten erlernt. Es gibt Schulteams, die in Ligen gegeneinander spielen.

An Schulen rühren auch die Crayfish die Werbetrommel für ihren Sport. Marcel Kaßner, Jugendkoordinator der Krebse: „Wir gestalten regelmäßig mal eine Sportsunde als Werbung für unseren Sport.“ Interessierte Kinder können sich dann in einer der Jugendteams in Flagfootball – einer Variante des Spiels ohne Körperkontakt – ausprobieren. Der Verein zählt derzeit knapp 100 aktive Spieler, Tendenz steigend. Kaßner: „Wir merken auch da, dass das Interesse an Football in Deutschland größer wird. Wir suchen aber trotzdem immer neue Spieler.“

Selbstverständlich werden die Cottbuser Footballer die Superbowl-Nacht vor dem Fernseher verbringen und zwar gemeinsam. In einem Diner am Cottbuser Altmarkt wird zum öffentlichen Gucken mit den Jungs geladen. Einen Tipp für den Abend hat Alex Young auch parat: „Es wird wenig Punkte geben. Am Ende werden aber die Panthers gegen Denver gewinnen. Sie sind extrem flexibel in ihrem Angriffsspiel.“ 

 
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